| Operationelle Risiken sind so alt wie das Bankgeschäft selbst. Jedoch wurde erst in den letzten Jahren – vor allem durch Basel II – ein regulatorischer Rahmen dafür geschaffen. In diesem Zusammenhang etablieren sich allmählich Ansätze, die die Quantifizierung dieser Risikoart im Blick haben. Als besondere Schwierigkeit – die dieses Werk behandelt – erweist sich dabei, Modellen eine solide Datenbasis zu Grunde zu legen. Die ersten Kapitel dieses Buchs behandeln als Kompendium die gesetzlichen, betriebswirtschaftlichen und methodischen Grundlagen der Quantifizierung operationeller Risiken in Kreditinstituten. Dabei wird von einem Verlustverteilungsansatz ausgegangen, der sich bereits als Standard bei der Quantifizierung operationeller Risiken durchgesetzt hat. Darüber hinaus wird auf Probleme der Datenverfügbarkeit eingegangen und analysiert, wie die Vor- und Nachteile verschiedener Datenquellen ausgeglichen werden können. Ein besonderes Augenmerk liegt hier auf Szenarioanalysen, die für einen fortgeschrittenen Messansatz (AMA) nach Basel II / SolvV in einem Gesamtkonzept zwingend zu berücksichtigen sind. Im weiteren Verlauf beschreibt der Autor, wie Szenarioanalysen von der Identifikation geeigneter Risikoereignisse mittels Expertenschätzungen, bis hin zur Implementierung in ein Value-at-Risk-Modell, systematisch in einem Kreditinstitut etabliert werden können. Hierzu wird das Konzept der „informationsgeleiteten Szenarioanalyse“ eingeführt. In diesem Zusammenhang wird beleuchtet, zu welchen Verzerrungen es bei Expertenbefragungen kommen kann und durch welche Mittel sich diese auf ein Mindestmaß verringern lassen. Ausführlich werden verschiedene Möglichkeiten vorgestellt und diskutiert, wie die so gewonnenen Datenpunkte in ein Verlustverteilungsmodell integriert werden können. Das Buch richtet sich gleichermaßen an Wissenschaftler wie Praktiker. Es eignet sich durch zahlreiche Praxisbeispiele als Leitfaden bei der Implementierung von OpRisk-Quantifizierungsmodellen und Szenarioanalysen (z. B. im Rahmen eines fortgeschrittenen Messansatzes nach Basel II / SolvV), aber auch als Nachschlagewerk. |